Der Hauptfehnkanal

Das östliche Overledingerland um das Jahr 1765.

Über Jahrhunderte hatte sich das Landschaftsbild kaum verändert. Anfang des 18. Jahrhunderts siedelten Menschen dann plötzlich, wie in ganz Ostfriesland, ausserhalb der Ortschaften. Grund waren die Zunahme der Bevölkerung und die Brennstoffknappheit. Man hatte den Wert des Moores erkannt. Wenn man das Moor trocken legte, ließ sich brennbarer Torf gewinnen.

Fünf Unternehmer beschlossen das Moorgebiet südlich von Rhaude wirtschaftlich zu erschließen. Sie gründeten die Rhauder Fehncompagnie und erhielten vom preußischen König ca. 1.500 Hektar in Erbpacht verliehen, mit dem Recht dieses Gebiet zum Abbau und Verkauf von Torf weiter zu verpachten. Das Gebiet lag allerdings ca. 8 km von der Leda entfernt.

Um einen Kanal von der Leda in das Moorgebiet graben zu können mussten Verhandlungen mit den Ortschaften Holte und Rhaude geführt werden, über deren Feldmark der Kanal führen sollte. Zudem gab es aber auch geografische Besonderheiten zu beachten. Diese waren:

1 – Die Rote Riede
2 – Der Wittbarg im Holter Hammrich
3 – Der Holter Berg
4 – Die Siedlung Potshauser Leihe
5 – Das Tüntjer Meer
6 – Die Siedlung Holter Moorhäuser
7 – Das Duvenmeer
8 – Das Rhauder Meer
9 – Das Langholter Meer
10 – Der Rhauder Weg nach Langholt
11 – Die Rhauder Moorhäuser

Von der Leda verlief der Kanal Richtung Süden durch den Holter Hammrich.

Kurz vor dem Holter Berg knickte er leicht nach Osten ab und führte zwischen dem Holter Berg und der Siedlung Potshauser Leihe hindurch.

Vor dem Tüntjer Meer – zur Zeit der Grabung nur noch ein Sumpfgebiet – knickte der Kanal noch einmal nach Osten ab und verlief um das Tüntjer Meer herum weiter Richtung Süden.

An den Holter Moorhäusern und dem Duvenmeer führte der Kanal westlich vorbei.

Vor dem Rhauder Meer – zur Zeit der Grabung auch nur noch ein Sumpfgebiet – knickte der Kanal wieder leicht nach Osten ab und führte zwischen dem Rhauder Meer und dem Hochmoor hindurch.

Auf der Höhe der schmalen Verbindung zwischen dem Rhauder Meer und dem Langholter Meer teilte sich der Kanal. Der westliche Arm führte zwischen den beiden Meeren hindurch und dann südlich zwischen den Rhauder Moorhäusern und dem Langholter Meer zum ausgewiesenen Moorgebiet. 

Der östliche Teil führte weiter südlich, dann mit einem leichten Knick nach Osten zum östlichen Teil des Moorgebietes.

Der Verlauf des Hauptfehnkanals heute.

Von den oben beschriebenen natürlichen Gegebenheiten sind folgende heute nicht mehr vorhanden:
– Der Wittbarg
– Der Holter Berg
– Das Tüntjer Meer
– Das Duvenmeer
– Das Rhauder Meer

Nur in Kenntnis dieser früheren Gegebenheiten kann man erkennen, warum der Kanal den merkwürdigen Verlauf hat.