Holtermoor

Karte von 1805 von Carl Ludwig von Le Coq 

Die Kolonie Holtermoor wurde 1765 gegründet.
Im 16. Jahrhundert waren die ersten Fehnkolonien in Holland angelegt worden. Mit diesen als Vorbild und mit holländischer Unterstützung erfolgten dann Mitte des 17. Jahrhunderts auch Fehngründungen in Ostfriesland: Große Fehn, Hüllenerfehn, Lübbertsfehn etc.
Mitte des 18. Jahrhunderts begannen auch Menschen im Overledingerland sich an den Moorrändern anzusiedeln, so auch östlich von Holte, genannt Holter Moorhäuser, oder südlich von Rhaude, genannt Rhauder Moorhäuser. Es wurde Torf abgebaut und das Land dadurch nach und nach urbar gemacht. Ernährt haben sich die Siedler von Buchweizen, den sie auf dem Hochmoor anbauten.
Der zwischen 1770 und 1781 angelegte Fehnkanal zu den Rhauder Fehnen führte direkt westlich an den Holter Moorhäusern vorbei.

Karte von 1844 von August Papen

Eine Verbindung von den Holter Moorhäusern nach Holte gab es über den Moorweg, der in der Karte nördlich der eingezeichneten Tobias-Brücke lag. Der Weg ist heute noch als doppelte Baumreihe zu erkennen. Die Brücke wurde benannt nach dem ersten Brückenwärter Tobias Thoben. Später entstand ein zusätzlicher Weg, der heutige Rhauder Weg, direkt von der Tobias-Brücke nach Rhaude, wohin die Holtermoorer zur Kirche gingen. Dieser Weg ist noch heute erhalten.
Entlang des Hauptfehnkanals lagen, wie auf der Karte zu erkennen, bis zu 97 Häuser.

Mit der Gründung der Fehnkolonie Holterfehn im Jahre 1829 bildeten Holtermoor und Holterfehn eine Einheit. In der historischen Literatur bezieht sich die Bezeichnung Holtermoor meistens auf beide Ortsteile, z.B. bei der Angabe der Einwohnerzahl.

Die Tobiasbrücke in Holtermoor 1911

Holtermoor heute mit dem Beginn des Rhauder Weges.

Die alte Klappbrücke aus Holz  wurde 1945 durch Kriegseinwirkung erheblich beschädigt. Nach einer behelfsmäßigen Reparatur knickten kurze Zeit später beide Waagebalken der Wippe beim Öffnen ab, so dass die Brücke nur noch mit zwei Flaschenzügen geöffnet werden konnte.
Beim Ausbau der Kreisstraße im Jahre 1953 wurde die Tobiasbrücke um 400 Meter weiter nach Norden verlegt. Für den Neubau der Klappbrücke benötigte man damals fast 28 Tonnen Stahl.